Selten bemühe ich eine Wikipedia-Erklärung direkt zur Einleitung meines Blogs. Nur diese hier gefällt mir gut, sie bringt gleich das Wesentliche auf den Punkt: „Ein Schattenriss ist ein Begriff aus der Malerei, Optik und Fotografie. Man bezeichnet damit den Umriss einer Fläche, die sich dunkel von einem hellen Hintergrund abhebt.“ Dunkel vor einem hellen Hintergrund! Ein Schattenriss ist das, was viele Menschen von ihrem Gegenüber sehen, wenn sie gerade per Video-Call aus dem Homeoffice arbeiten. Das Gesicht des Gesprächspartners liegt völlig im Dunkeln, während der Hintergrund – oft sind es Fenster – hell strahlt. Das blöde dabei ist, dass ich so die Mimik meines Gegenübers gar nicht erkennen kann. Geschweige denn ihm in die Augen blicken kann.

Für alle Leser, die sich jetzt fragen, was das Foto mit den Videocalls zu tun hat, kommt hier die Antwort. Es ist ein Biber am Abend. Ich wollte keinen Screenshot von jemanden machen, der es besonders schlecht macht. Der Datenschutz und die persönliche Wertschätzung des Gesprächspartners sprechen dagegen. Also habe ich dieses Foto genommen. Auch hier ist nur die Silhouette erkennbar. Sie können dem Biber nicht in die Augen schauen. Der ist freilich ein dämmerungsaktives Tier und deshalb kurz vor Einbruch der Dunkelheit unterwegs bei uns am Ammersee, wo ich ihn vor einigen Tagen beobachtet habe.

So bibermäßig sehen gerade oft die Menschen aus, die per Teams, Zoom oder anderen Video-Plattformen miteinander sprechen. Ein dunkles Gesicht vor einem hellen, manchmal auch virtuellen Hintergrund. Dabei wäre es so einfach. Die Lösung lautet: Licht von vorne. Am besten eignet sich Tageslicht. Setzten Sie sich so vor ein Fenster, dass Sie nach draußen schauen können. Und wenn das nicht geht, weil ihr Homeoffice im Souterrain ist, gibt es Lampen, die helfen. Über dieses Thema sprechen wir Sprechperlen gerade oft in unseren Online-Coachings zum professionellen Auftritt aus dem Homeoffice. Es gibt mehr als nur optische Gründe, das Gesicht auszuleuchten. Für Gespräche ist der Blick in die Augen wichtig – trotz Distanz. Wenn eine Führungskraft schwierige Themen kommuniziert, ist es durchaus hilfreich, wenn sie die Reaktionen der Mitarbeiter erkennen kann.

Ich persönlich habe ein Licht von vorne. Eine Lampe, bei der ich die Kelvinzahl anpassen kann. Das bedeutet, ich kann entscheiden, ob ich Tageslicht oder Kunstlicht brauche. Das schöne dabei ist, das macht einen guten Teint und ein paar weniger Lach-Falten 😊.