Heute gibt es einen politischen Blog. Es geht um ein globales Thema: den Klimaschutz. Und um mich. Wobei ich nur stellvertretend für jeden einzelnen Mensch stehe, der sich immer wieder fragt: Was hilft mein kleiner Beitrag schon?

Ich will das Klima schützen. Ich will nachhaltig leben. Ich tue es auch, zumindest teilweise. Nur konsequent bin ich nicht und das betrübt mich. Oft frage ich mich: Was nutzt es, wenn ich im Dorf mit dem Rad zum Einkaufen fahre und mein Mann mit dem Auto zur Arbeit pendelt?

Nachhaltigkeit, das Wort wird schon seit Jahren strapaziert. Es war schon fast wieder out, so oft stand das Wort in politischen Programmen, Produkt- und Firmenbroschüren und Überschriften für Diskussionsrunden. Jetzt erlebt es eine Renaissance. Viele Medien rücken das Thema wieder in den Fokus. „Paradies Erde. Wie wir unseren Lebensraum retten.“ So ist der Titel des aktuellen Spiegel Wissen, oder auch „Unser Klima“ von Geolino, für die jungen Leser. Auch das neue Chrismon titelt mit „Die Erde gibt´s nur einmal“. Es ist eine gute Entwicklung, dass das Thema Nachhaltigkeit wieder Aufwind bekommt. Es ist wichtig, ins Machen zu kommen. Und es tut gut.

Im evangelischen Magazin Chrismon hat mich eine kleine Umfrage begeistert. Unter der Überschrift „Klimaschutz kann jeder!“ stehen einige Aussagen und dann Prozentzahlen der Zustimmung. Die Aussagen sind gut gewählt. Einige Beispiele: „Ich wohne in einem Haus, das gut gedämmt ist.“ „Ich habe auf eine Flugreise verzichtet und bin anders gereist.“ „Ich esse weniger Fleisch.“ „Ich habe ein sparsameres Auto angeschafft.“ Ja, ja, ja, ja. Ich kann viermal Ja sagen und fühle mich gut. Die Statements könnten auch anders lauten: „Ich wohne in einem Passiv-Haus.“ „Ich fliege nicht mehr.“ „Ich fahre ein Elektroauto.“ oder „Ich bin Vegetarier.“ Dazu hätte ich viermal nein gesagt und hätte vermutlich vor lauter Frust überhaupt keine Ambitionen mehr auf Klimaschutz.

Die Aussagen dieser Umfrage vermitteln mir das Gefühl, ich kann immer wieder etwas Gutes tun. Sie motivieren mich, weiter zu machen. Mit jeder Reise, mit jedem Essen und vielen anderen Kleinigkeiten. Ich war gerade beruflich in Warendorf. Vom Ammersee aus gesehen ist das am Ende der Welt. Auf dem Hinweg bin ich mit der Bahn gefahren. Dreimal umsteigen, einmal mit Rennen und immer mit einem schweren Koffer. Reine Fahrtzeit 7 Stunden 55 Minuten. Auf dem Rückweg bin ich geflogen. Es gab keine Bahnverbindung mehr, die mich am gleichen Abend nach Hause gebracht hätte. Ich wollte wieder zu meiner Familie und hatte am nächsten Tag viel Arbeit auf dem Schreibtisch. So habe ich mich fürs Fliegen entschieden. Ich könnte jetzt das Gefühl haben, versagt zu haben. Oder stolz darauf sein, auf dem Hinweg den Zug genommen zu haben.

Ich bin motiviert, auch im Kleinen weiter zu machen. Ich mache mir Gedanken um Plastikmüll und kaufe lieber ein Stück Seife statt Waschlotion. Das ist nur ein Thema von vielen, die uns moderne Menschen jeden Tag Entscheidungen abverlangen. Es ist so leicht, Entschuldigungen zu finden, warum es gerade nicht geht. Sollte, hätte, könnte, würde … Machen fühlt sich so gut an. Eine Kleinigkeit dazu beitragen, dass wir noch etwas mehr Zeit haben, um die Dinge in die richtige Richtung zu lenken.

P.S. Ich werde den Flug bei atmosfair.de auch noch ausgleichen, gleich heute Abend. Dann pflanzen andere Menschen Bäume für die 155 kg CO2, die ich mit meinem Flug verbraucht habe.