Anfang Dezember war ich in Berlin. Abends nach meinem Sprechperlen-Training bin ich zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz entlangspaziert. So viel Geschichte auf so wenigen Metern. Gerade hatten die Berliner mit Spenden  doch noch für eine weihnachtliche Beleuchtung an den Bäumen des Boulevards „Unter den Linden“ gesorgt. Spätabends stieg ich dann auch noch die Treppen zum Berliner Dom hoch. Und da stand ich, genau dort, wo ich dieses Foto mit dem Handy  gemacht habe. Dunkel war es. Und doch so hell.

Dieser eine Stern, daneben diese eine Botschaft: Hass schadet der Seele. Hate harms the soul.

Was ich daran so berührend finde, ist die Schlichtheit. Es ist keine Aufforderung, etwas zu tun oder zu lassen. Es ist nur eine Erkenntnis. Hass schadet der Seele. Jeder Seele. Es fügt ihr Leid zu.

Auch an dieser Stelle habe ich für Sie in meinem etymologischen Wörterbuch geblättert. Von der Herkunft der Worte sind „Hass“ und „Hetze“, sowie die Verben „hassen“ und „hetzen“ miteinander verwandt. Zunächst steht Hass vor allem für die Auswirkung, die er hat: Leid, Kummer, Groll, Sorge und Trauer. Das Verb hassen wurde früher im Sinne von verfolgen genutzt, hetzen. Da stammte es noch von der Jagd, jemanden zur Eile und bis zur Erschöpfung antreiben, aufwiegeln, Zwietracht säen und üble Propaganda betreiben.

Ich habe viele aktuelle Assoziationen dazu. Hetzerische Worte, hässliche Bemerkungen, kleine Politik und großes Weltgeschehen. Ich will die Worte und Taten nicht wiederholen. Ich will Frieden – in mir und in der Welt. Wenn jeder Mensch nur seinen eigenen Hass wandeln würde. Wie sähe die Welt dann aus?

Gesegnete Weihnachten wünschen Ihnen die Sprechperlen