Fasten ist in Mode. Das merke ich an neuen Buchtiteln, Artikeln oder auf Flyern. „Intervallfasten“ ist gerade eine sehr beliebte Ernährungsweise. Beim „Plastikfasten“ steht die Müllreduktion im Mittelpunkt. Von Lingva-Eterna kenne ich auch noch das „aber-Fasten“. Hier lasse ich das Wörtchen „aber“ weg, das in einer Diskussion immer dazu führt, dass ich den Gegensatz zu meinem Gesprächspartner betone und eher streite, als eine Lösung finde.

Morgen ist wieder „Fastnacht“, die Nacht vor dem Aschermittwoch, also der Vorabend der Fastenzeit. Ein perfekter Anlass in meinem Herkunftswörterbuch zu stöbern, woher die Worte kommen. In Deutschland war die Fastnacht zuerst ein Vorfrühlings- und Fruchtbarkeitsfest, bevor sich das religiöse Fasten der Kirche durchsetzte. Das Wort „fasten“ stammt aus dem Germanischen und Gotischen und bedeutete zunächst „(fest) halten, beobachten, bewachen“. Daraus hat sich „an den Fastengeboten festhalten“ entwickelt.

Fasching ist die Bezeichnung von Fastnacht in Bayern und Österreich. Im 13. Jahrhundert war das Wort „vaschanc“ üblich, das heißt soviel wie eine Fastenprozession (vast) nach der noch ein Fastentrunk ausgeschenkt (schanc) wurde. Irgendwie habe ich die Assoziation, das natürlich in Bayern der Fastentrunk das Bier war.

Und es gibt Menschen, die feiern Karneval. Dieses Wort gibt es im Italienischen, im Französischen und klar es stammt aus dem Lateinischen.  Da heißt „carne vale“ übersetzt „Fleisch, lebe wohl“. Also noch ein Hinweis auf die christliche Enthaltsamkeit. Nur in Venedig gibt es noch eine weitere Bedeutung. Carneval war auch das Fest, wo die Schifffahrt in den Kanälen wieder los ging im Frühjahr und der „carrus navalis“ ist der Schiffskarren, der wieder zu Wasser gelassen wurde.

Zusammengefasst: Die Worte „fast“ und „fasten“ sind verwandt und auch die Worte „fest“ und „fast“. „fest“ steht für „hart, stark, beständig“. Ich komme zu meiner Überschrift zurück. Um zu fasten brauche ich Stärke und Beständigkeit – egal ob beim Essen, beim Müll vermeiden oder beim Reden.