Ich bin in einer Zeit groß geworden, in der das Fernsehen noch klare Strukturen hatte. Das Samstagnachmittag-Programm begann mit „Die kleinen Strolche“ in schwarz-weiß. Vor bestimmten Sendungen erklang die Eurovisions-Fanfare. Es gab einen Sendeschluss. Und jeden Samstagabend sprach ein Geistlicher recht staatstragend das „Wort zum Sonntag“. Als Kind konnte ich wenig damit anfangen. Als Jugendliche zur Konfirmationszeit schon mehr. Da hat sich auch manches Mal Widerspruch in mir geregt. Später, als ich schon selber Auto fuhr, habe ich die abendliche Radio-Variante davon entdeckt. „Auf ein Wort. Gedanken zum Tag“.
Was ich daran mag, ist der Denkanstoß.  Vor allem in der Radio-Variante habe ich dann Zeit gehabt, über das Gesagte nachzusinnen. Ein anderer Blickwinkel, ein guter Vorsatz, ein wenig Menschlichkeit bei all den schlechten Nachrichten und ein bisschen Ruhe in all der Hektik. Das mag ich.

Die Sprache unterscheidet uns Menschen von anderen Lebewesen. Wir transportieren alles Wissen, alle Gefühle und Weisheiten mit ihr. Und doch gehen wir so oft nachlässig mit ihr um, mit unserer eigenen Sprache. Frei nach dem bayerischen Motto: “I sag jo nix, I red ja nur!“ plappern wir, ohne zu denken. Wir nehmen Kriegs- und Gewaltausdrücke in den Mund, als seien es Bonbons. Wir nölen, streiten und wälzen Probleme. Das geht auch anders. Oft reicht es aus, ein wenig achtsamer mit dem zu sein, was wir sagen.
Deswegen teile ich jeden Montag gerne mit Ihnen eine sprachliche Betrachtung – und zwar aus dem ganz normalen Alltag. Sport, Familie, Beruf, Politik, Kultur, Essen, alles.  Übrigens alles Dinge, die ich auch selbst erlebe oder erlebt habe. Ich will keinen moralischen Zeigefinger erheben. Ich will einen Impuls setzen. Was Sie daraus machen, liegt ganz bei Ihnen.